22. April 2011

MBT Sendung - NDR 1 - 22.04.2011

 

28. Februar 2011

Wieland Förster, Februar 2011

 

Wenn sich ein Trio: Klavier (Kerstin Strassburg), Geige (Petr Mateják) und Cello (Maximilian von Pfeil), Max – Brod – Trio nennt, dann ist das ein Signal für ihre musikalische Literatur, dann hat es sich den hochverehrten Prager Geistmenschen Brod zum Patron gewählt, einen Schriftsteller, Entdecker, Förderer der sich in Prag konzentrierenden Kultur! Allein, dass Brod die nachgelassenen Romane Franz Kafkas der Welt erhielt. verdient ewigen Dank. Ihm zu folgen im Streben nach dem Erhalt der Weltkultur ist ein großes Ziel.

Das Spiel des Trios erschöpft nicht in strebsamer Eigenverliebtheit, sondern es bedeutet neben der stets spürbaren Liebe zu den Meistern, wie Beethoven, Schubert, Dvorák und Janácek im gemeinsamen Spiel ihre Werke immer wieder neu zum Leben erwecken, oft im scheinbar Gegensatzpaar: zärtlich verliebt und in strenger Genauigkeit.
Ihr Ziel ist es, gleichsam Herz und Ohren zu betören, aber auch an Vernachlässigtes zu erinnern. Ich denke zum Beispiel an das zu selten gespielte Schostakowitsch Klaviertrio Nr.2, das in Rhythmus und Klang gleichsam atmend in uns dringt.

Dabei bewahren sie das Musikantische und verweigern sich dem prämierten Zeitgeist, den ich frei und salopp mit: immer schneller, immer artistischer benennen möchte. Das Max – Brod – Trio hat die Fähigkeit nicht verloren, die Stücke mit Freude zu musizieren, d.h. sie nicht als Formation hermetisch zu exekutieren. Es will die Zuhörer in ihrem Innersten erreichen.

Mein Wunsch an die drei Musiker im Sinne des Kulturbewußtseins von Max Brod ist: weiterarbeiten unter dem Diktat ihres Pulses.